"Паспорт"

Любовно-бюрократическая драма в 2-х действиях по пьесе Пьера Буржада

 

Наталья Виссарионова – Идуна Хеген (Маргарита Брайткрайц)

Фёдор Фёдорович – Йенс-Уве Богатко (Григорий Кофман)

«Сегодня – Главный День!…» - так предваряет выдачу паспорта Старший Пограничный и Таможенный Контролёр Фёдор Фёдорыч; паспорта с разрешением на выезд гражданке Наталье Виссарионовой («…владелица мелкого крестьянского хозяйства, Категория «Д», параграф 14]3-ок – скотный двор : семь куриц и избушка), что должно положить конец 25-летнему ожиданию – плюс  11 коротких минут… Разрешение на пересечение границы однако откладывается и на этот раз.

 

В «пограничном» Берлине воплощает режиссёр Григорий Кофман свой театральный проект «По ту сторону границы» (заявка на реализацию в культурсенат, зарегистрированная под входящим № 1..-МИГ/19а от 14.12.2001 одобрена и поддержана финансовой комиссией 21.03.2002 под исходящим № 4..-Б/52 б)

Он следует блестящей истории в стиле Сухово-Кобылина, написанной известным французским драматургом Пьером Буржадом. Приглашённые Григорием Кофманом актёры – элита берлинской off-сцены IdunaHegen и Jens-UweBogadtke не спеша разыгрывают историю, полную трагических курьёзов и светлой печали.

На сцене однако незримо присутствует и третий персонаж – Время, не в философском значении этого слова, а просто как его Течение. Оно вмешивается мягко: ничего не решает… но ничего и не разрешает.

 

Постановка Григория Кофмана.

 

Inszenierung des St?ckes von Pierre Bourgeade  “Der Pass”.

 

 

1. Pr?ambel

Es gibt in der Weltliteratur nicht viel Themen, die f?r den Leser und Zuschauer attraktiver sind, als Zeit- und “Raum”wanderung”.  Als ein Trick und bestimmtes reizvolles Lockmittel nutzen die Autoren nicht nur die Neugierde des Publikums, das mitzureisen eingeladen wird, sondern auch oder sogar eher das stetige Verlangen  der Interessierten, die entstehende Spannung beim Umgebungswechsel mit zu erleben.

Dieses Streben ist eigentlich angeboren : man darf nicht vergessen, dass die Menschheit nie auf der Stelle getreten hat und  das “Wandergenom” wirkt in uns manchmal gar unerwartet...

Die westeurop?ische Literatur besch?ftigt sich damit ganz erfolgreich seit 800 Jahren. F?r die russische Kultur ist dieses Thema hingegen nicht so typisch und existiert wahrscheinlich erst seit 170-180 Jahren. (Das sagt selbstverst?ndlich nichts ?ber die Qualit?t z.B. der Literatur aus).

 

Diese Erfahrung des h?ufigen, oft schmerzhaften Wechsels – L?nder, V?lker, Sprachen, Sitten – ist und wird f?r die osteurop?ischen Auswanderer noch lange reizend bleiben. 

 

 2.      Der Autor

Der franz?sische Autor Pierre Bourgeade, Jahrgang 1927, ist in Frankreich ein ganz bekannter Schriftsteller. Seine Werke sind gew?hnlich sehr detailliert bearbeitet und gef?hlvoll belebt. Deswegen hielten es die besten franz?sischen Schauspieler, wie z. B. Jean-Louis Barraux f?r eine Ehre in seinen Dramen zu spielen. Er gilt als Nachfolger von George Bataille und dem Thema Erotik in der franz?sischen Literatur, was ihn nicht behindert hat, ein Alleing?nger zu bleiben.

In dem o.g. St?ck hat sich das russische Thema absolut einzigartig entfaltet, was selbst die moderne russische Literatur nicht schaffen konnte, da man in einem solchen Fall wirklich eine bestimmte Distanzierung braucht.

 

3.    Die Besonderheiten des Sujets und die Thematik des St?ckes

Die Handlung ist faktisch in die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts eingetaucht. Viele Zeichen lassen aber vermuten, dass die folgende Geschichte in anderen Zeiten und nicht unbedingt in Russland passieren k?nnten. Trotzdem entwickelt sie sich gerade hier, an der russisch-polnischen Grenze, besonders sowohl humorvoll als auch tragisch.

Dieses Drama k?nnte man als “b?rokratische Liebesgeschichte” bezeichnen.

Eine Frau wartet 25 Jahre auf  ihren Reisepass; mit jedem neuen Jahr und jedem neuen Monat entstehen neue Hoffnungen und neue Zuversicht : der Moment ist zum Greifen nah...aber er geschieht nicht. Heute – endlich, ist alles erledigt und die Aush?ndigung des heiligen Dokumentes findet statt ... Die Zeit spinnt aber ihr Spiel weiter und weiter und gibt die beiden Personen nicht so einfach aus ihrer Umklammerung frei.

Das ist ?brigens ein Markenzeichen solcher Literatur : das Spiel mit der ausgedehnten oder komprimierten Zeit. Es wird aber nicht nur durch den situativen Lauf der Handlung realisiert, sondern in ersten Linie – durch die Beobachtung des innerlichen konzentrierten Leben des Menschen. Ein fruchtbares Feld f?rs Schauspiel !

Das Drama ist ein seltsames Beispiel des Wandergenres, wobei selbst der Grenzen?bertritt als Ereignis in der Handlung eigentlich  nicht vollzogen wird ...

Das St?ck wird in deutscher Sprache gespielt.

 

         4.    Der rote Faden des Projektes

Ausgangspunkt f?r uns ist die Topografie der Handlung . Der Begriff “Grenze” spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Die Hauptperson dr?ngt `r?ber  ins Fremde, bleibt aber in der Heimat.

Die Grenze – nicht nur die geografische sondern auch die kommunikative – ist nicht leicht greifbar oder transparent. Sich zu Hause nicht wohl zu f?hlen, sich in der Fremde nicht  zu finden... Und wo sind sie – die Grenzen der menschlichen Geduld?

 

 

5.     Die  Erfahrungen des Initiators dieses Projektes

Die T?tigkeit des Regisseurs und Schauspielers Grigory Kofman umfasst vier verschiedene Richtungen :

   - Die Arbeit mit russischsprachigen Schauspielern - mit dem eigenem PARAMON-Theater,  bzw. mit anderen russischen Gruppen  (18 Inszenierungen seit  dem Jahr 1981). Ab Januar 2005 – Leiter des Russischen Kammertheater Berlin.

         - Produktionen und Koproduktionen mit deutschen Gruppen als Regisseur und/oder  Schauspieler  ( 19 Projekte seit 1995).

  - Workshops und Lehrt?tigkeit in Deutschland, Russland, Irland, Litauen. Mitorganisator  und Lehrer in 4 zeitlich begrenzten Projekten seit dem Jahr 1996.  Im Jahre 2001 – Dozent   f?r Regie und Schauspiel in Theater-Akademie (Freie Theaterschule Berlin).

  - Konzertierter Musiker – solo und im Folklore-Duos “Paramon” und „Kalina krasnaja“ (?ber 60 Konzerte seit 1997).

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Pressetext

Unerreichbar, ungreifbar bleibt das, was jenseits der Grenze ist. 25 Jahre lang hat die russische Kleinb?uerin Natalja Wissarionowa auf diesen Tag gewartet: 25 Jahre voller Sehnsucht nach dem anderen Land, 25 Jahre in einem Zwischen-Zustand gefangen, in der Gewissheit, nicht bleiben zu wollen und dennoch nicht gehen zu k?nnen. “Heute ist der gro?e Tag” prophezeit ihr der Zollbeamte Fedor Fedorowic und stellt den PASS in Aussicht, mit dem das Warten ein Ende h?tte. 25 Jahre und noch einmal 11 Minuten – doch das Erwartete trifft nicht ein: die Grenze kann nicht passiert werden.

Im grenzerfahrenen Berlin inszeniert der aus St. Petersburg stammende Regisseur Grigory Kofman eine “b?rokratische Liebesgeschichte” an der russisch-polnischen Grenze. Er folgt dem Blick des franz?sischen Autors Pierre Bourgeade und erz?hlt zusammen mit der Darstellerin Ioanna Hamann  eine Begebenheit der besonderen Art. Eine Geschichte ?ber Geduld, ?ber Hoffnungen, ?ber Sehnsucht, ?ber das Fremd-Sein und ?ber das Nicht-Ankommen-K?nnen – eine nicht nur russische Geschichte. Die Grenze wird weniger als geographische denn als “ethnographische Trennungslinie” verstanden. “Der Pass” spiegelt eine Erfahrung der osteurop?ischen Auswanderer, die dar?ber hinaus alle betrifft, die nicht zu Hause oder heimatlos sind.

Die Inszenierung kommt also mit zwei Figuren aus. Man kann aber sagen, dass es  noch eine – dritte – Person gibt, deren Rolle wahrscheinlich die wesentlichste ist. Es ist die Zeit. Die Zeit mischt sich sp?rbar, wie eine fremde Hand, ein und leitet ihre eigene Handlung. Sie kann sehr z?h sein, sie presst manchmal nacheinanderfolgende Ereignisse in einen Klumpen; von Zeit zu Zeit steht sie - die Zeit.