"Нож в курицу-несушку" по David Harrower im Freien Eisenacher Burgtheater (нем.)

Работа выполнена мною в качестве стипендиата ITI – международного института театра. Ниже представлен отчёт, переданный институту по окончании работы.

Das St?ck „Messer in Hennen“ von David Harrower

im FEB (freies eisenacher burgtheater) 

Bericht von Regisseur Grigorу Kofman.

Zeitplan der Inszenierung :

16 – 19 Februar      Meinungsaustausch, Textarbeit, einleitende Inhaltsanalyse.

21 Febr.- 18 M?rz   (sonntags frei). Szenische Arbeit. inkl. Arbeit mit dem

B?hnenbildner Juri Schipulin aus Berlin vom 1.–4. und 15.–18. M?rz.

20 – 25 M?rz.                         die Arbeit mit der Gruppe per Telefon und per e-mail aus Saarbr?cken wg. des Festivals „Russische Theaterwoche“.

Vertretung durch Regieassistentin Annegret Bauer.

27 M?rz – 3 April    Abschluss der szenischen Arbeit; B?hnenbild erstellen zum 30. M?rz,

musikalisches Phonogramm – zum 2. April; Licht – zum 4. April.

4 – 5 April.              Technische Probe. Vier Durchl?ufe, Auswertungen und Korrekturen.

6 April.                    Technische Probe. Generalprobe.

7, 8 April.                                Premiere; Feiern, Trinken,  Essen, Einanderloben.

 

Insgesamt wurden 67 Proben (je 4 St. Dauer), 4 Durchl?ufe, 2 technischen Proben,

1. Generalprobe durchgef?hrt.

Die weitere T?tigkeit umfasst die Hilfsarbeit an anderen Produktionen des Theaters, Gastspiel in Th?ringen, Kontrolle ?ber eigene Produktion, work-shop mit dem ganzem Ensemble des Theaters.          

Ablauf des Arbeitsprozesses.

Die Rollen wurden vorher unter den Schauspielern selbst verteilt (2 M?nner, 1 Frau) mit der Verabredung ?ber m?gliche Korrekturen von meiner Seite bei meinem Ankommen. Solche blieben aus.

Also : Birgit Hahn als FRAU. Die Hauptrolle nicht nur im Sinne des Sujets, sondern auch die „Athmosph?retr?gerin“ des St?ckes. Birgit ist kein Schauspiel-Profi, hat jedoch eine gro?e Schauspielerfahrung und ganz starke Lust und Willen diese Rolle zu schaffen.

Bei ersten Proben ist klar geworden, f?r sie sind sehr n?tzlich meine Vorschl?ge und Anweisungen, die zur Entspannung und Lockerung f?hren.

       Bardia Rusta als M?LLER. Die erste Aufgabe f?r mich war ihn von seiner fast gefertigten Vorstellung ?ber die Figur abzubringen. Der M?ller ist zwar Antagonist des DORFES, aber kein Held.

       Jethro Gr?nder als PFL?GER. Pa?t zur Rolle ganz gut. Professionell und erfahren Einziges Problem ist kein besonderes Bed?rfnis f?r die Teamarbeit und darausfolgende Improvisationsschwierigkeiten...

Nach dem Meinungsaustausch w?hrend der Textarbeit habe ich stufenweise meine Vision ?ber das St?ck, ?ber die Inszenierung als das Ganze (ausschlie?lich der einzelnen Figuren) vorgestellt, und zwar - als eine besondere rhythmische, athmospherisch anspruchsvolle Arbeit .

Das Konzept das St?ck als „modernes Mysterium“ zu entfalten, fand Einverst?ndnis und Neugier mit vielen Fragezeichen - wie man so etwas realisiert?

      Hohe Probendisziplin und Hilfe der Regieassistentin trieben die Arbeitschnell voran.

Ziemlich traditionelle Theaterspielerziehung der Schauspieler hat bei der Erforschung der archaischen Wurzeln der Inszenierung geholfen. Schwierigkeiten entstanden in den Improvisationszonen, die, meiner Meinung nach, vom Darsteller selbst ausgef?llt sein sollen.

Von der Notwendigkeit solcher Zonen bin ich ziemlich ?berzeugt, da gerade sie, im Unterschied zu den sicheren Stellen ( die am meisten sind ), einen so zu sagen Risikofaktor ins Spiel bringen, der eben ein solches d?rfliches Mysterium bezeichnen w?rde.

Also immerhin nach drei Wochen wurde das St?ck mit provisorischem B?hnenbild auf die Beine gebracht und wir haben einen lockeren – unerwartlich f?r die Schauspieler – sicheren Durchlauf gehabt.

Desto bitterer war der Anfang des letzten Stadiums der Arbeit :

Einerseits die Schauspieler versuchten die geleisteten Ergebnisse aufzubewaren und festzulegen (was der spielerischen Struktur widersprach), andererseits der von mir kommende Mangel an Aufmerksamkeit zu den kooperativen Wechselbeziehungen  zwischen dem B?hnenbildner und den Schauspielern.

Der B?hnenbildner, mit dem ich seit Jahren gute Erfahrungen gemacht habe ist Handwerker und Maler, Designer und Architekt. Deshalb hatte ich keine Sorge, da? die Versionen der Dekoration sich ver?nderten. Seine Sparsamkeit auf‘s Wort und die fehlenden Erkl?rungen, welches Element der Dekoration was bedeutet und wie man damit umgeht, hat – ich hab das nicht rechtzeitig gemerkt – die Schauspieler aufgeregt. Das hei?t, da? wir uns ereifernd auf der Suche nach einer universalen plastischen L?sung, d.h. der „visuellen Parabel“ des B?hnenbildes, wir die Darsteller „vergessen“ haben.

... Das B?hnenbild, wie auch die musikalische Ausstattung passten sehr gut, kamen aber endg?ltig erst drei Tagen vor der Premiere. Die Schauspieler waren locker und frei erst bei der vierten Vorstellung. Obwohl muss man sagen, da? auch die ersten Tage liefen sehr erfolgreich, mit gutem Empfang von Publikum und Presse und so weiter und sofort...

 

Schlussfolgerung

Wie auch ?berall muss man bei der Arbeit in einem deutschen Theater eine klare Vorstellung ?ber Zweck und Themen haben. Kreative, allm?hlich angegebene Aufgaben f?r die Schauspieler wecken ihre eigene Fantasie, obwohl es wahrscheinlich mit den russischen Profis unkomplizierter liefe. Alle Probleme werden jedoch durch v?llig perfekte Organisation und stettige Bereitschaft ausgeglichen.

 Ich k?nnte mir w?nschen mehr M?glichkeiten am Erforschen des ?sthetik-Overlapping zu haben. Das moderne Theater versinkt ganz h?ufig, meiner Meinung nach, in der stilistischen Eklektik. Das ist leicht nachzuvollziehen – „moderne Mysterien“, zum Beispiel, ist schon ein typisches Overlapping. Postmodernismus im Theater, Absurdit?t gestern und Absurdit?t  heute, Konzeptualismus leztendlich...All dies ist neu und nicht neu. Und es vermischt sich, wird dichter und dichter – und, wenn die Inszenierung fertig ist, bricht es auf: in 10% der F?lle kommt eine neue Eigenschaft, das Ganze, heraus; der Rest – 90% -  birgt  ein destruktiven Resultat. Aber Zerfall ist immerhin ein Ergebnis, und viele K?nstler betreten dieses Feld ganz bewusst.

Es gibt nat?rlich mehrere Theater, die nur in der traditionellen, hundertmal ausprobierten Stilistik arbeiten. Aber davon ist nicht die Rede.

 

P.S.  Interessant ist, dass im Bewegungstheater oder im zeitgen?ssischen Tanztheater deutsche Gruppe eher konstruktiv arbeitet.

Die Erfahrung so wie auch Kontakte, die ich durch diese Arbeit gehabt habe, sind sehr n?tzlich und werden meine k?nftigen Zusammenarbeit mit deutschen Gruppen sicherlich erleichtern.

 

Ich m?chte mich beim ITI und beim Goethe-Institut f?r die M?glichkeit, in Deutschland Regie zu f?hren hiermit noch mal herzlich bedanken.